In der Kernstadt von Montabaur wird nach den Sommerferien wohl nur jedes 2. der angemeldeten zweijährigen Kinder einen Betreuungsplatz erhalten. Die SPD Fraktion im Stadtrat und MdL Dr. Tanja Machalet kamen nach einem Besuch der Kitas im Stadtgebiet zu diesem erschreckenden Resultat.
"Das die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage so krass ist hat uns überrascht und lässt die Alarmglocken schrillen" so Björn Walden, Vorsitzender der SPD Montabaur. Er verweist darauf, dass Kinderbetreuung heute ein wichtiger Standortfaktor sei. Wenn man also junge Familien anwerben und halten wolle, sei es ein Muss dass eine ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen zu Verfügung stehe.
Zwar plant die Verwaltung 6 zusätzliche U3 Betreuungsplätze und 10 Krippenplätze bis zum 1.9.2012 einzurichten, aber aus Sicht der SPD dürfte dies jedoch nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. "Ab 2013 besteht auch für einjährige Kinder ein Rechtsanspruch auf Betreuung. Hinzu kommt, dass die Geburtenzahlen derzeit stabil bleiben und durch die steigende Zahl berufstätiger Frauen der Bedarf bei der Kleinkinderbetreuung weiter ansteigen wird", so Christa Stendebach, Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat.
MdL Dr. Tanja Machalet verweist darauf, dass die im Kindertagesstättenbedarfsplan des Kreises aufgeführten Betreuungsplätze in Montabaur zu einem großen Teil noch garnicht umgesetzt seien. Dadurch entstehe der Eindruck, dass genügend Betreuungsplätze vorhanden seien, was jedoch nicht den Tatsachen entspreche.
Walden sieht daher dringenden Handlungsbedarf in der Stadt: "Wir müssen so schnell wie möglich neue Betreuungsplätze schaffen." Die Sozialdemokraten planen daher einen runden Tisch mit den Betroffenen und werden das Thema in die städtischen Entscheidungsgremien einbringen. Darüber hinaus bittet man um Rückmeldungen und Erfahrungsberichte betroffener Eltern (Email: bjoernwalden@yahoo.de), um deren Interessen bündeln zu können.